Wie die Pandemie uns verändert hat

Die Corona-Pandemie hat in kürzester Zeit unsere Welt auf den Kopf gestellt. Dienstreisen sind die absolute Ausnahme, Homeoffice und digitale Meetings dafür plötzlich Alltag. Auch bei Rolls-Royce hat sich viel verändert – dank kreativer Ideen, digitaler Möglichkeiten und engagierten Teams. Sie nehmen Antriebssysteme aus der Ferne in Betrieb, machen digitale Motorabnahmen möglich und bringen Zulieferer dazu, Extraschichten zu fahren.

Die beste Nachricht gleich zu Beginn: Die Produktion läuft derzeit in allen Werken des Geschäftsbereichs Power Systems von Rolls-Royce – wenn auch bald mit begrenzten Kapazitäten, da die Auftragslage sich eintrübt. Doch der Bedarf nach Lösungen von MTU ist da:

„Wir haben weiterhin eine weltweite Nachfrage für unsere Produkte, darunter wichtige, unaufschiebbare Aufträge“

betont Bernd Baader, Leiter der MTU-Motoren- und Systemmontage. Trotzdem ist die „neue Normalität“ unübersehbar: Die Mitarbeiter arbeiten mit großem Abstand voneinander, und wenn dies nicht möglich ist, tragen sie FFP2-Schutzmasken. Zwischen den einzelnen Schichten werden die Arbeitsplätze desinfiziert, damit sich die Mitarbeiter nicht gegenseitig anstecken. Denn ihre Gesundheit hat höchste Priorität.

Für viele Kunden ist es extrem wichtig, dass sie ihre MTU-Systeme pünktlich erhalten. Denn Notstromaggregate sind unverzichtbar für lebensnotwendige Einrichtungen wie Krankenhäuser oder sicherheitskritische Anlagen wie Datencenter. Zudem fährt Chinas Industrie derzeit wieder hoch.

Logistik hält Lieferketten am Laufen

Die große Herausforderung: Die Lieferketten müssen weiterlaufen. „Wir standen täglich in Kontakt mit vielen Lieferanten und Spediteuren und verhandelten unter anderem verzögerte Lieferzeiten, alternative Lieferwege oder höhere Stückzahlen als Notvorrat“, sagt Werner Schlegel, Leiter der Disposition, Lieferanten- und Fertigungssteuerung. Denn viele Lieferanten von Teilen für MTU-Produkte mussten mindestens zeitweise ihre Produktion einstellen. Doch mit viel Überzeugungskraft schaffte es das Logistikteam, Teile für die Produktion zu beschaffen.

Automobilzulieferer werfen Produktion wieder an

Sie überzeugten beispielsweise Zulieferer, deren Hauptkunden aus der Automobilindustrie weggebrochen sind, die Produktion wieder zu starten. Einer fuhr seinen Lötofen für eine Extraschicht Thermostateinsätze für die Baureihe 4000 wieder hoch. Und dem Versand gelang die Freigabe eines Schwertransports für das tonnenschwere Getriebe eines 1163-Motors aus Italien über die zeitweise unüberwindliche Grenze. „Wir mussten alle Register ziehen“, erzählt Logistikleiterin Simone Rühfel und fügt hinzu: „Wo der Stillstand vom Staat verordnet war, schickten wir Lieferanten Bittschreiben, die sie an die Behörden richten konnten. Vielfach konnten wir überzeugen, dass wir systemkritische Notstromanlagen liefern, deren Produktion keinen Aufschub duldet.“

Konnte ein Lieferant beim besten Willen nicht liefern, wurden Service-Ersatzeile aus internen Lagern losgeeist. Darüber hinaus hat die Entwicklung den Umbau von ausreichend vorhandenen, bauähnlichen Teilen ermöglicht, um Lücken zu füllen.

Motorabnahme aus dem Homeoffice

Corona-bedingte Schwierigkeiten verlangten auch anderweitig kreative Lösungen:  Denn Kunden konnten wegen Reise- und Ausgangsbeschränkungen ihre Motoren nicht mehr in Friedrichshafen, Novi oder Singapur auf dem Prüfstand abnehmen. Die Lösung: Ein Prüfstandsbesuch per Skype oder Webex. Mit einer Kamera führen Experten die Kunden um den Motor herum. Monitore mit Parametern wie Drehzahlen, Drücke, Leistung oder Temperatur sehen die Kunden am PC im eigenen Homeoffice. „Die ersten neun MTU-Motoren haben wir nach so einem virtuellen Prüfstandsbesuch an unsere Kunden übergeben“, erzählt Philipp Gleissner, Teamleiter Produktzulassung und Abnahme. Ein Modell für die Zukunft? „Definitiv“, so Gleissner. Mancher Kunde werde wohl in Zukunft auf die Reise verzichten und den Motor digital abnehmen.

Emissionszertifizierung remote

Das taten auch Mitarbeiter der chinesischen Klassifikationsgesellschaft CCS zusammen mit dem Jing’an Test Center bei der Zertifizierung von MTU-Marinemotoren. Statt nach Friedrichshafen zu fliegen, erfolgte die Zertifizierung remote online. Das gab es in der Maschinenbau-Industrie bisher nicht – entsprechend hoch war die Anspannung, als Paul Röck, der für Power Systems die Engineeringaktivitäten in China leitet, und seine Kollegen aus dem Product-Compliace-Bereich den Vorschlag machten.

In Friedrichshafen wurden mobile und feste Kameras installiert, die die Behörden in China zu jeder Zeit das Geschehen überwachen ließen. Auch die Monitore mit den Motordaten sahen die Gutachter jederzeit. Und so bescheinigten sie den MTU-Motoren der Baureihe 2000 und 4000 aus der Ferne, dass sie die Marine-Emissionsstufe China 1 einhalten. „Dass das so gut funktioniert hat, verdanken wir der guten Zusammenarbeit verschiedenster Kollegen von den Prüfständen, aus den Entwicklungs- und Qualitätsbereichen und dem Betriebsrat“, sagt Paul Röck. Sein Kollege Oleg Minz, der die Emissionszulassung in Friedrichshafen betreut, kann da nur zustimmen: „Alle Beteiligten haben außerordentliche Einsatzbereitschaft gezeigt. In normalen Zeiten wäre das sicher nicht so schnell und unkompliziert gegangen.“

Inbetriebnahme aus der Ferne

Ganz unkompliziert und vor allem flexibel müssen gerade auch Servicetechniker handeln. Sie nehmen auf der ganzen Welt die Anlagen der Kunden in Betrieb oder warten sie – schwierig in Zeiten von Reisebeschränkungen und Quarantäneregeln. So musste der deutsche Servicetechniker Michael Schuler von den Inbetriebnahmearbeiten der Yacht „Titiana“ der türkischen Werft Bilgin abreisen, da die Flugverbindungen zwischen Deutschland und der Türkei unterbrochen wurden und er um ein Haar in der Türkei festgesessen hätte. Da die „Tatiana“ die erste türkische Yacht ist, die vom neuen, IMO-III-kompatiblen MTU-Antriebssystem, bestehend aus Motor und SCR-Anlage angetrieben wird, brauchten die türkischen MTU-Servicekollegen die Unterstützung aus Deutschland. So betreute Michael Schuler die Inbetriebnahme aus dem heimischen Büro – mit Telefonaten, Bildern und Videos, die ihm seine türkischen Kollegen schickten.

Wartung unter erschwerten Bedingungen

Flexibilität in der Krise bewiesen auch die MTU-Servicetechniker bei der Wartung des spanischen Katamarans „Benchijigua Express“ der Reederei Fred. Olsen. Die Schnellfähre verbindet La Palma mit Teneriffa und La Gomera und versorgt die Inseln mit Lebensmitteln, Getränken und Medikamenten. Nachdem ein Corona-Fall im zwölfköpfigen Team Wartungsarbeiten auf dem Trockendock stoppte und alle in Quarantäne mussten, nahm der Katamaran die Fahrten wieder auf. Nach dem Ende der Quarantäne setzten die spanischen Servicetechniker Wartung fort – allerdings nachts, als das Schiff nicht fuhr. „Die Zusammenarbeit in schwierigen Zeiten schweißt uns zusammen. Wir erleben besondere Dankbarkeit – von den Mitarbeitern von Fred. Olsen und sogar von den Bürgern vor Ort“, berichtet der spanische MTU-Servicetechniker Daniel Guerra.

Spenden von Rolls-Royce Power Systems

Dankbar zeigten sich auch die Empfänger zahlreicher Spenden, die die Power-Systems-Mitarbeiter von Rolls-Royce in den vergangenen Wochen übergeben haben. So nutzen einige Kollegen den 3D-Drucker, um Halterungen für Gesichtsschutzmasken für Ärzte und Pflegepersonal herzustellen. Mitarbeiter der Sonderfertigung bauten Persuatorenständer für das lokale Klinikum und ambulante Pflegedienste erhielten 5000 FFP2-Schutzmasken. Und in China spendete Rolls-Royce Power System gemeinsam mit einem chinesischen Partner dem chinesischen Yichang Roten Kreuz ein Stromaggregat, das in einem Krankenhaus in Yichang nahe der Metropole Wuhan installiert werden soll.

IT macht digitale Infrastruktur fit fürs Homeoffice

Und wie organisierten die Mitarbeiter das alles von zu Hause aus? Als Mitte März von einem Tag auf den anderen mehrere Tausend Mitarbeiter plötzlich im Homeoffice arbeiten mussten, machte ein kleines, globales IT-Team die digitale Infrastruktur innerhalb weniger Tage dafür fit und sorgte dafür, dass technische Schwierigkeiten der ersten Tage schnellstens behoben wurden. IT-Leiter Jürgen Winterholler sagt: „Was normalerweise wahrscheinlich mehrere Monate gedauert hätte, konnte plötzlich in wenigen Tagen umgesetzt werden – ohne unnötige Diskussionen. Wir haben es einfach getan“, erklärt Winterholler und zeigt damit jene Haltung, die das Handeln im gesamten Unternehmen in diesen für uns alle schwierigen Zeiten charakterisiert.

Die Ausbreitung des Corona-Virus‘, der die Krankheit COVID-19 verursacht, verlangt von allen erhöhte Sensibilität und besondere Vorsichtsmaßnahmen. Wir bitten Sie deshalb um Verständnis für folgende Maßnahmen:

Ab sofort ist die Einreise nach Deutschland aus einem EU-Mitgliedsstaat, einem Schengen-assoziierten Staat oder dem Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland wieder ohne Quarantäne möglich. Die Einreise nach Deutschland aus einem anderen Land bedarf weiterhin einer 14-tägigen Quarantäne. Einzige Ausnahme bilden dabei internationale Auslandsaufenthalte unter 48 Stunden. Auch diese erfordern bei der Rückkehr nach Deutschland keine Quarantäne.

Internationale Richtlinien

Bei der Einreise in andere Länder (außer Deutschland) sind stets die lokalen Vorschriften hinsichtlich Quarantäne zu beachten. Hier lässt sich keine generelle Quarantäne-Regel definieren, da sich die Ausbreitung des Coronavirus international stark unterschiedlich entwickelt. Weiterhin sind nur geschäftskritische Reisen erlaubt. Flugreisen werden durch den zuständigen E2 genehmigt, über alle weiteren Reisen entscheidet der verantwortliche E3-Manager.

Kein Zutritt mit Symptomen

Nach wie vor gilt: (Fremdfirmen-) Mitarbeiter, die aus dem Ausland zurückgekommen sind oder Kontakt mit einer an COVID-19 erkrankten Person oder einem Verdachtsfall hatten, müssen in den vergangenen zwei Tagen frei von COVID-19 spezifischen Krankheitszeichen sein. Dazu zählen:

Häufig:

  • Fieber > 37,3°C (ohne fiebersenkende Medikamente)
  • Erschöpfung
  • Schnupfen
  • Verlust von Geschmacks- und Geruchssinn – auch ohne Schnupfen
  • Husten/Halsschmerzen/Halskratzen
  • Kurzatmigkeit

Weiter möglich:

  • Muskelschmerzen/Kopfschmerzen/Schwindel
  • Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen
  • Hautausschlag
  • Bindehautentzündung
  • Vergrößerte Lymphknoten