Kommerzielle Schiffe

Das Schiff des Jahres 2020 fährt mit MTU-Motoren von Rolls-Royce

Veröffentlicht am 18 Oktober 2019 von Katrin Auernhammer, Bilder von WETA

Die Katamaranfähre „Pyxis“ hat 2017 die ersten zwei EPA Tier 4-Erprobungs-Motoren von Rolls-Royce erhalten. Die American Ship Review kürte diese Fähre nun zum Schiff des Jahres, weil es durch die weiterentwickelten MTU-Motoren der Baureihe 4000 mit dem speziell abgestimmten MTU-SCR-System besonders umweltfreundlich ist. Die kalifornische Reederei WETA (Water Emergency Transportation Agency) betreibt in der besonders umweltgeschützten San Francisco Bay 15 Katamarane und transportiert rund drei Millionen Passagiere pro Jahr. Neben Pyxis bekommen zwei weitere Schiffe das neue MTU-Antriebssystem: „Vela“ ist Ende August 2019 in Betrieb gegangen, „Lyra“ wird im Frühjahr 2020 dazu kommen. 

„Wir sind unglaublich stolz auf diese Auszeichnung“, freut sich Denise Kurtulus, Leiterin des Globalen Marine Vertriebs und ergänzt: „WETA hat seit jeher sehr hohe Anforderungen an eine innovative und umweltfreundliche Antriebstechnik. Mit dieser Auszeichnung haben wir bewiesen, dass wir diesen Anforderungen gerecht werden können. Ein besseres Lob könnte es für unser Entwickler-Team und unseren weiterentwickelten Marine-Motor der Baureihe 4000 mit dem neuen SCR-System nicht geben.“

„Pyxis ergänzt die Flotte der WETA Katamarane in der San Francisco Bay perfekt“, erklärt Nina Rannells, Geschäftsführerin von WETA. „Auf unsere Routen brauchen wir eine hohe Geschwindigkeit, effizienten und zuverlässigen Betrieb mit großen Schiffen, die die strengsten Umweltvorschriften des Landes erfüllen. MTU hat uns das mit dem Antriebssystem in der Pyxis geliefert. Wir sind wirklich sehr erfreut, dass Pyxis von der American ship review als Schiff des Jahres 2020 ausgezeichnet wurde.“

EPA Tier 4: Weniger NOx, Feinstaub und Kohlenwasserstoffe

Für die drei 44 Meter langen Katamarane lieferte Rolls-Royce ab Ende 2017 insgesamt sechs 16-Zylinder-Motoren der MTU-Baureihe 4000, sechs MTU-SCR-Systeme und sechs ZF-Getriebe sowie für alle drei Schiffe die MTU-Automation „Bluevision“ zur Antriebssteuerung. Die Motoren mit jeweils 2.560 Kilowatt Leistung (1.800 U/min) beschleunigen die Katamarane auf bis zu 34 Knoten. Die Schnellfähren werden von der Werft Dakota Creek Industries gebaut. Seit 1. Januar 2016 unterliegen Schiffe wie die San Francisco Bay-Fähren in den USA der Emissionsrichtlinie EPA Tier 4. Das bedeutet, dass die Emissionen ihrer Antriebe, insbesondere Stickoxide, Partikel und Kohlenwasserstoffe, gegenüber der zuvor gültigen Regelung erheblich reduziert werden müssen.

Das integrierte Antriebssystem aus Dieselmotoren der Baureihe 4000 und SCR-System zur Abgasnachbehandlung von MTU für die Emissionsrichtlinien IMO III und EPA Tier 4 reduziert die Emissionen deutlich. Durch Weiterentwicklungen bei der Aufladung, beim Verbrennungsprozess und der Einspritzung der Motoren in Kombination mit dem neuen SCR-System werden die Stickoxid-Emissionen gegenüber IMO II um 75 Prozent reduziert und die Partikel-Emissionen gegenüber EPA Tier 3 um 65 Prozent. Ein zusätzlicher Dieselpartikelfilter wird nicht benötigt. Der Kraftstoffverbrauch konnte gegenüber dem Vorgängermodell um bis zu fünf Prozent verringert werden. Der Leistungsbereich der verschiedenen Zylindervariationen liegt zwischen 1.380 und 3.220 Kilowatt.

20 Jahre Zusammenarbeit und mehr als 30 Motoren

Seit 1997 arbeiten Rolls-Royce und der San Francisco Bay-Fährbetreiber zusammen, stark unterstützt durch den MTU-Distributor Pacific Power Group. Heute betreibt WETA seine Personenfähren mit über 30 Motoren der MTU-Baureihen 2000 und 4000. 

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