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Rekordfahrt der Yacht "Record" mit 2000er-Motoren

Veröffentlicht am 05 September 2001

Am Freitag, 3. August 2001, schrieben der italienische Schiffsdesigner Fabio Buzzi und sein Yachtteam ein neues Kapitel in der Geschichte der Rekorde: Mit ihrer Yacht "Record" legten sie die 2000 Seemeilen (3854 Kilometer) lange Strecke von Monte Carlo nach London in 63 Stunden und 54 Minuten zurück. Damit hatten sie eine neue Rekordzeit für die so genannte "Steigenberger Trophy" aufgestellt!

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  • Fabio Buzzi-Team erringt "Steigenberger Trophy"
  • Erfahrene Crew
  • mtu-Technologie hat sich bewährt
  • Aus dem Logbuch der "Record"

London. Am Freitag, 3. August 2001, schrieben der italienische Schiffsdesigner Fabio Buzzi und sein Yachtteam ein neues Kapitel in der Geschichte der Rekorde: Mit ihrer Yacht "Record" legten sie die 2000 Seemeilen (3854 Kilometer) lange Strecke von Monte Carlo nach London in 63 Stunden und 54 Minuten zurück. Damit hatten sie eine neue Rekordzeit für die so genannte "Steigenberger Trophy" aufgestellt! Mit ihren vier 12V-2000-Serien-Motoren, die zusammen 6000 PS leisten, erzielte die Yacht des Typs FB80 eine Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 32 Knoten (60 km/h). Gebaut wurde die "Record" von der Fabio-Buzzi-Werft in Lecco, südlich von Como. Die bisherige Rekordzeit, die der Skipper Rolf Versen mit dem Katamaran "Ultimaratio" am 28. Juni 1992 aufgestellt hatte, wurde damit um 25 Stunden und 24 Minuten unterboten.

Die Route führt von Monte Carlo über Barcelona durch die Straße von Gibraltar zunächst in Richtung Ibiza, dann über El Ferrol und weiter über Brest nach London. Der Zielpunkt lag bei der Tower Bridge in London. Der größte Unsicherheitsfaktor während des Rekordversuchs war das Wetter. Auch bei ruhigen Startbedingungen bleibt die See niemals über die komplette Distanz ruhig. Tatsächlich hatte die Crew bei der Überquerung des Golfs von Biskaja mit Windstärke vier und mit einer Wellenhöhe von vier Metern zu kämpfen.

Erfahrene Crew


Doch die acht Teammitglieder bewiesen ihr ganzes Können. Fabio Buzzi ist erfahren, was Wettbewerbs- und Rekordfahrten angeht. Der neunfache Weltmeister verschiedener Klassen, Konstrukteur diverser Siegerboote und Direktor der Schiffsdesign-Firma "FB design" brachte sein ganzes Talent und Know-how in die Konstruktion der FB80 ein. Auch der österreichische Unternehmer und Eigner der "Record" Hannes Bohinc kann mit vielen Erfolgen im Rennsport aufwarten. Simon Powell, Kapitän der Fahrt, war lange Zeit bei der Britischen Marine im Einsatz. Dag Pike, er gilt als einer der weltbesten Navigatoren, war ab Brest für den Kurs verantwortlich. Und die beiden mtu-Mitarbeiter Eric Hoorn, Test/Versuch, und Elmar Fricker, Elektronik, sorgten vor dem Start für die perfekte Abstimmung der vier 12V-2000-M91-Motoren. Sie überwachten den Antrieb während der Fahrt.

mtu-Technologie hat sich bewährt


Die harten Schläge beim Aufprall auf die meterhohen Wellen konnten den Motoren nichts anhaben. "Bei dem hohen Tempo wurden manche Wellen für die "Record" zur Sprungschanze, wobei die Yacht nach der Flugphase hart auf das Wasser aufschlug. Es entstanden Beschleunigungskräfte bis zum Fünffachen der normalen Schwerkraft", berichtet Erik Hoorn. Trotz dieser harten Bedingungen brachten die Motoren und die speziell für dieses Unternehmen angepasste Elektronik eine konstante und zuverlässige Leistung. Bohinc und Buzzi waren von der mtu-Technologie begeistert und bezeichneten die Zuverlässigkeit der Motorenmechanik und -elektronik als "herausragend". Auch das Chassis der FB 80 "Record!" hielt der Belastung gut stand.

Gegen Pannen nichttechnischer Art war die Crew hingegen nicht gefeit: "Beim Tankstopp in El Ferrol war der Tankwagen erst drei Stunden später zur Stelle als geplant. Darüber hinaus hatte die Treibstoffpumpe des Wagens einen Defekt, wodurch zwei weitere kostbare Stunden verloren gingen - auf Kosten des bisher herausgefahrenen Vorsprungs", erzählt Elmar Fricker.

Nach diesem erfolgreichen Rennen planen Fabio Buzzi und sein Team bereits weitere Rekordversuche. Nächstes Ziel ist die "Round Britain". Anschließend sollen die bisherigen Rekordzeiten der "Chapman Trophy" (Miami - New York) und, als Krönung, der "Round the World (UIM - Endurance) unterboten werden.

Aus dem Logbuch der "Record"


Dienstag, 31.07.01


18.00 Uhr: Start der "Record" in Monte Carlo. Vollgetankt wiegt die Yacht 75 Tonnen. Davon sind 28 Tonnen Kraftstoff. Die Yacht erreicht damit 48 Knoten (89 km/h).

23.00 Uhr: Höhe Barcelona. Der Extremgleiter wiegt 5 Tonnen weniger durch den Kraftstoffverbrauch. Dadurch erhöht sich die Geschwindigkeit auf 49,5 Knoten (92 km/h). Die Wetterbedingungen sind gut, die Wellenhöhe beträgt 0,5 Meter.

Mittwoch, 01.08.01


01.00 Uhr: Die Wellen werden höher. Die Geschwindigkeit muss verringert werden,

08.30 Uhr: Almeria (Südost-Ecke Spaniens). 15 Minuten Stopp für Ölstandskontrolle.

12.00 Uhr: Gibraltar. Erster Tankstopp.

13.30 Uhr: Abfahrt Gibraltar, Wetter bewölkt. Wellenhöhe 1,5 Meter. Geschwindigkeit 28 bis 36 Knoten.

Donnerstag, 02.08.01


06.00 Uhr: El Ferrol, zweiter Tankstopp. Das Tankfahrzeug trifft erst um 09.30 Uhr ein. Außerdem ist die Treibstoffpumpe defekt. Sie wird vom Yachtteam repariert.

11.00 Uhr: Abfahrt El Ferrol. Die Überquerung des Golfs von Biskaja ist schwierig, die Wetterverhältnisse haben sich während der Verzögerung in El Ferrol verschlechtert. Der Wind erreicht Stärke vier. Die Wellenhöhe beträgt ebenfalls vier Meter. Über das Belüftungssystem für die Besatzung dringt Seewasser ins Schiffsinnere. Auch in den Maschinenraum tritt Wasser ein. Das Satelliten-Telefon fällt aus. Zwei von vier GPS-Systemen werden ständig aus der Halterung gerissen. Der Gang zur Bordküche (und damit Essen und Trinken) ist kaum möglich.

23.30 Uhr: Brest: Dag Pike kommt an Bord, um die Navigation für die restliche Distanz zu übernehmen. Mit ihren halbleeren Tanks ist die Yacht jetzt sehr leicht: Wellenhöhe: 0,5 Meter. Jetzt werden bis zu 57 Knoten (106 km/h) gefahren.

Freitag, 03.08.01


09.54 Uhr: Zieleinfahrt Tower Bridge, London.