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Vor 80 Jahren begann die Ära der Maybach-Automobile

Veröffentlicht am 21 September 2001

Eines der glanzvollsten Kapitel in der Geschichte des Maybach-Motorenbaus jährt sich im September zum 80. Mal. 1921 stellte das Unternehmen vom Bodensee, Vorgänger des heutigen Dieselmotorenherstellers MTU Friedrichshafen, seinen ersten Personenwagen der Öffentlichkeit vor.

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  • Premiere auf der Berliner Automobilausstellung 1921
  • 1920 entstanden die ersten Maybach-Pkw-Motoren
  • "Herrenfahrer-Limousine" W 3 wurde auf Anhieb ein Bestseller

Berlin - Eines der glanzvollsten Kapitel in der Geschichte des Maybach-Motorenbaus jährt sich im September zum 80. Mal. 1921 stellte das Unternehmen vom Bodensee, Vorgänger des heutigen Dieselmotorenherstellers MTU Friedrichshafen, seinen ersten Personenwagen der Öffentlichkeit vor.

In den 20er und 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts erlebte der deutsche Luxus-Automobilbau einen seiner Höhepunkte. In Friedrichshafen wurden zu dieser Zeit die legendären Luxus-Fahrzeuge der Marke Maybach gebaut. Deren Premiere fand vor genau 80 Jahren statt: Vom 23. September bis 2. Oktober 1921 stellte der Maybach-Motorenbau das erste Maybach-Fahrzeug, den Typ W 3, auf der Berliner Automobilausstellung aus. Damit präsentierte sich dieses Unternehmen erstmals als eigenständiger Automobilhersteller.

Glanzstück des vielbeachteten Messestandes war der Maybach W 3. Dieser Wagen war, wie der Ausstellungskatalog vermerkte, eine "Herrenfahrer-Limousine". Der W 3 wartete mit technischen Highlights auf, die von den Medien mit einer Mischung aus Erstaunen und Begeisterung aufgenommen wurden. Die "Berliner Zeitung am Mittag" berichtete in ihrer Ausgabe vom 30.09.1921 von Neuerungen "nicht alltäglicher Natur", darunter das selbständige Anfahren "ohne Betätigung der Kupplung oder der Schaltung" sowie die Geräuschlosigkeit und hohe Elastizität des Motors. Karl Maybach, Mitbegründer und Chefkonstrukteur des Maybach-Motorenbaus, nannte in einem Interview die Gründe dafür, dass er nicht bei der bewährten Art der Kraftübertragung geblieben war: Mit Hilfe des schaltfreien Anfahrens werde die Aufmerksamkeit des Fahrers durch nichts abgelenkt.

Karl Maybach hatte nach dem Ersten Weltkrieg aufgrund des Verbots, Luftschiff- und Flugzeugmotoren zu bauen, das im Versailler Vertrag verankert war, nach anderen Betätigungsfeldern für die Maybach-Motorenbau GmbH gesucht. Er fand sie in der Entwicklung und im Bau von Motoren, die in Pkw und Lkw, aber auch in Booten von in- und ausländischen Fahrzeugfirmen eingesetzt werden sollten.

1920 entstanden die ersten Maybach-Pkw-Motoren


1920 entstand ein 6-Zylinder-Reihenmotor mit der Typenbezeichnung W 2. Mit 70 PS war dieser Anfang der Zwanziger Jahre einer der stärksten deutschen Pkw-Motoren. Im gleichen Jahr bestellte die Niederländische Automobil- und Flugzeugfabrik Trompenburg eintausend W 2-Motoren für ihre "Spyker"-Wagenmodelle. Als diese Firma in Zahlungsschwierigkeiten geriet, drehte Karl Maybach den Spieß um und baute die Automobile zu seinen Motoren selbst.

Anfang September 1921 fuhr das erste Chassis eines "Maybach Typ 22/70 PS", auch W 3 genannt, durch das Friedrichshafener Werkstor Richtung Stuttgart. Eine klassisch anmutende Auer-Limousine verlieh dem Fahrzeug ein elegantes Kleid. Die Herstellung der Karosserie samt Innenausbau überließ die Maybach-Motorenbau GmbH während der gesamten Produktionszeit bis 1941 den damals zahlreichen Spezialfirmen für Karosseriebau.

"Herrenfahrer-Limousine" W 3 wurde auf Anhieb ein Bestseller


Zufrieden resümierte der Maybach-Motorenbau nach der Berliner Ausstellung, dass dieser Auftritt eine Reihe von Bestellungen eingebracht hatte. Bis 1926 wurden über 300 Fahrzeuge verkauft. Dabei betonte Karl Maybach immer, es sei sein Ziel, das technisch beste Automobil herzustellen und höchste Kundenansprüche zu erfüllen. Auch die Nachfolgemodelle, vor allem das Spitzenmodell Maybach Zeppelin DS 8, zeichneten sich durch die leistungsstarken Maybach-Motoren und hochentwickelte Getriebe aus, die als Vorläufer der heutigen Automatikgetriebe gelten. Ab Herbst 2002 wird DaimlerChrysler die Marke Maybach mit einem neuen Fahrzeug der absoluten Luxusklasse wieder aufleben lassen.