PRESSEMELDUNG

Tognum baut mit Großauftrag Asien- und Onsite-Energy-Geschäft aus

Veröffentlicht am 19 November 2008

  • Auftrag über Lieferung von zehn Notstromaggregaten für chinesische Kernkraftwerke
  • Auftragsvolumen für mtu-Konsortium liegt bei rund 65 Millionen Euro

Friedrichshafen, 19. November 2008. Die Tognum-Gruppe baut mit einem Großauftrag im Bereich der dezentralen Energieerzeugung ihr Asiengeschäft aus. Ein Konsortium unter der Führung der Tognum-Tochtergesellschaft MTU Friedrichshafen GmbH wird zehn Notstromaggregate für zwei chinesische Kernkraftwerke liefern. Das Auftragsvolumen liegt bei rund 65 Millionen Euro. Konsortialpartner sind das Joint Venture zwischen mtu und der chinesischen Norinco-Gruppe, Shanxi North MTU Diesel Co. Ltd., und das Energieunternehmen AREVA NP.
Eine wichtige Bedingung für den Zuschlag durch die chinesischen Kernkraftwerkskunden war die Sicherstellung der erforderlichen inländischen Wertschöpfung (local content). Durch das im Dezember 2007 vereinbarte Joint Venture mit der chinesischen Norinco-Gruppe erfüllt mtu diese Voraussetzung. Das mtu-Konsortium kann im hart umkämpften chinesischen Markt   für Notstromaggregate in Kernkraftwerken einen hohen Anteil für sich beanspruchen. Der Markt für chinesische Kernkraftwerke boomt – in den kommenden Jahren sind zahlreiche neue Anlagen in Planung.
„Mit diesem Auftrag stärken wir nicht nur unser Geschäft mit dezentralen Energieanlagen, sondern bauen auch unsere Aktivitäten in Asien konsequent weiter aus“, erklärt Volker Heuer, Vorstandsvorsitzender der Tognum AG. „Dies zeigt: Unsere strategischen Wachstumsinitiativen gehen voll auf.“ Weitere strategische Säulen der Tognum-Gruppe sind die Erweiterung des Produktportfolios im Bereich Antrieb und die Konzentration auf das margenstarke After-Sales-Geschäft.
Herzstück der Notstromaggregate der Marke mtu Onsite Energy sind Dieselmotoren der Baureihe 20V956TB33 mit einer elektrischen Leistung von 6.000 Kilowatt. Nach dem Startsignal fahren die Notstromaggregate innerhalb von nur zehn Sekunden auf ihre Nenndrehzahl hoch und sind bereit, die maximale Leistung zu übernehmen. Dadurch stellen sie in einem möglichen Störfall die Stromversorgung von Kühlwasserpumpen oder der elektronischen Steuerung der Kernkraftwerke sicher.
Im Konsortium ist mtu maßgeblich an Entwicklung und Engineering des gesamten Notstromsystems beteiligt und stellt dadurch einmal mehr die eigene Systemkompetenz unter Beweis. Mehrere Bauteile für den Dieselmotor und für das mechanische Zubehör des Aggregats kommen von chinesischen Zulieferern, um die Local-Content-Voraussetzungen zu erfüllen. Die übrigen Komponenten werden im mtu-Werk in Friedrichshafen und von europäischen Unterlieferanten gefertigt. Montage und Prüfung der Aggregate erfolgen in der neuen Fabrik des mtu-Joint Ventures im chinesischen Datong. Die Notstromaggregate werden von 2011 bis 2014 ausgeliefert.
AREVA NP als der für den elektrotechnischen Lieferumfang maßgeblich verantwortliche Konsortialpartner hat durch Kooperation mit dem Chinesischen Generatorbauer SEMC zur   Umsetzung der Local-Content-Anforderungen beigetragen.
mtu und AREVA NP verfügen über mehr als vierzig Jahre Erfahrung in der Konzeption und Lieferung von Aggregaten für Kernkraftwerke. In den vergangenen Jahrzehnten wurden mehrere hundert Anlagen in Europa und in Asien ausgeliefert.