Commercial Marine

Premiere für erste MTU-Gasmotoren von Rolls-Royce in neuer Doeksen-Fähre

Veröffentlicht am 01 Juli 2020

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  • Reiner Gasmotor überzeugt Reedereien mit Dynamik
  • Umweltfreundlicher Antrieb für geschütztes Wattenmeer
  • Gasmotor wichtiger Meilenstein für maritime Energiewende

Die niederländische Reederei Doeksen hat am 1. Juli 2020 in Harlingen die erste von zwei neuen 70-Meter langen Fähren offiziell in Betrieb genommen. Premiere haben auch die zwei 16-Zylinder-MTU-Gasmotoren von Rolls-Royce an Bord, die mit insgesamt rund 3.000 Kilowatt Leistung für einen sauberen Betrieb der „Willem Barentsz“ auf dem Weltkulturerbe Wattenmeer sorgen.

„Ich bin wirklich beeindruckt von den MTU-Gasmotoren. Sie haben bis jetzt alle unsere Erwartungen in Sachen Leistung, Betriebsverhalten, Fahrweise und leiser Betrieb erfüllt“, berichtet Paul Melles, Geschäftsführer der Rederei Doeksen.

„Wir sind stolz darauf, dass die Reederei Doeksen unsere neuen Gasmotoren ausgewählt hat, um ihre Schiffe umweltfreundlich auf dem als besonders schützenswert ausgezeichneten Wattenmeer zu betreiben“, erklärt Knut Müller, Leiter des Marine- und Behördengeschäfts bei Rolls-Royce Power Systems. „Gemeinsam mit unserem Partner setzen wir so alles daran, die maritime Energiewende voranzutreiben.“

Die 8-Zylinder-Version des Gasmotors mit einer Leistung von 746 Kilowatt erhielten Ende 2019 die Stadtwerke Konstanz für eine neue Bodenseefähre, die im Winter 2020 in Betrieb genommen wird.

Reiner Gasmotor überzeugt Reedereien mit Dynamik

Rolls-Royce hatte seine neuen MTU-Gasmotoren für Schiffsantriebe erstmals im September 2016 vorgestellt und die Vorserienmotoren für die zwei Katamarane der Reederei Doeksen bereits Ende 2017 an die Werft Strategic Marine in Vietnam ausgeliefert. „Rolls-Royce hat den ersten Single-Fuel-Gasmotor entwickelt, der einen Festpropeller direkt antreiben kann und damit ein dynamisches Beschleunigungsvermögen hat. Das war ein wesentliches Argument, das uns überzeugte“, erklärt Paul Melles.

Die Reederei Doeksen betreibt von ihrem Sitz in Harlingen aus Fährverbindungen zu den westfriesischen Inseln Terschelling und Vlieland. Außer der „Willem Barentsz“ ergänzt Schwesterschiff Willem de Vlamingh ab September die Flotte von dann insgesamt 8 Schiffen. Die beiden Neuzugänge befördern jeweils bis zu 600 Passagiere und 64 Pkw durch das Wattenmeer.

Umweltfreundlicher Antrieb für geschütztes Wattenmeer

Der Hauptantrieb der beiden neuen Katamarane besteht aus je zwei schnelllaufenden 16-Zylinder-MTU-Gasmotoren der Baureihe 4000 mit jeweils 1.492 Kilowatt Leistung. Die Motoren treiben Azimuth-Festpropeller an, die die Schiffe damit auf eine Betriebsgeschwindigkeit von 14 Knoten bringen. Der MTU-Gasmotor unterschreitet die Grenzwerte aktueller Emissionsrichtlinien (IMO III) bereits ohne Abgasnachbehandlung erheblich - so liegt z.B. die Partikelmasse unter der Nachweisgrenze. Er stößt keine Schwefeloxide aus und nur geringe Mengen an Stickoxiden.

Performance entspricht Dieselmotor

Der neue Gasmotor ist besonders geeignet für Fähren, Schubboote, Schlepper, und Spezialschiffe wie Forschungsboote. Kraftstoffverbrauch, Emissionen, Sicherheit und Beschleunigung waren von Beginn an im Fokus der Entwicklung. Die Gasmotoren sind mit einer Multipoint (Mehrpunkt)-Gaseindüsung, einer dynamischen Motorsteuerung und einer weiterentwickelten Turboaufladung ausgestattet. Die Multipoint-Gaseindüsung sorgt für ein dynamisches Beschleunigungsvermögen, eine hohe Leistung sowie eine Reduzierung der Emissionen. Die geregelte Verbrennung sorgt auch für einen effizienten Kraftstoffeinsatz. Dank der doppelwandigen Ausführung des Gassystems kann der Maschinenraum ähnlich wie bei einem Dieselantrieb ausgeführt werden.

Gasmotor Teil des Green- und Hightech-Programms von Rolls-Royce

Der neue Gasmotor ist Teil des Green- und Hightech-Programms von Rolls-Royce. Damit investiert das Unternehmen gezielt in umweltfreundliche Zukunftslösungen für weniger Schadstoffausstoß und geringeren Energie- und Rohstoffverbrauch. Rolls-Royce konzentriert sich im Green- und High-Tech-Programm auf Effizienzsteigerung, alternative Kraftstoffe, Elektrifizierung, Digitalisierung und integrierte Systemlösungen, mit dem Ziel, gesamte Antriebs- und Energie-Erzeugungssysteme anzubieten.

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Über Rolls-Royce Holdings plc

1.     Rolls-Royce geht mit modernsten Technologien voran, um umweltfreundliche, sichere und wettbewerbsfähige Lösungen für den weltweiten Antriebs- und Energiebedarf anzubieten.

2.     Rolls-Royce Power Systems mit Hauptsitz in Friedrichshafen beschäftigt über 10.000 Mitarbeiter. Unter der Marke MTU vertreibt das Unternehmen schnelllaufende Motoren und Antriebssysteme für Schiffe, Energieerzeugung, schwere Land- und Schienenfahrzeuge, militärische Fahrzeuge sowie für die Öl- und Gasindustrie sowie Diesel- und Gassysteme und Batteriecontainer für sicherheitskritische Anwendungen, zur Dauerstromerzeugung, für Kraft-Wärme-Kopplung und für Microgrids. Mittelschnelllaufende Motoren aus Bergen treiben Schiffe und Energieanlagen an.

3.     Rolls-Royce hat Kunden in mehr als 150 Ländern, darunter mehr als 400 Flug- und Leasinggesellschaften, 160 Streitkräfte, 70 Seestreitkräfte, sowie mehr als 5.000 Energie- und Kernenergiekunden.

4.     Der Jahresumsatz 2019 betrug 15,3 Milliarden britische Pfund, davon stammt etwa die Hälfte aus dem Servicegeschäft.

5.     2019 investierte Rolls-Royce 1,45 Milliarden britische Pfund in Forschung und Entwicklung. Das Unternehmen unterstützt ein weltweites Netzwerk von 29 Universitären Technologie-Centern (UTCs), durch die Rolls-Royce-Ingenieure unmittelbar an wissenschaftlicher Spitzenforschung teilhaben.

6.     Rolls-Royce engagiert sich stark für die Nachwuchsgewinnung und investiert in die Weiterentwicklung seiner Mitarbeiter.

Silke Rockenstein Pressesprecherin Fachpresse, alle Regionen
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