STORY Power Generation

Backup für die Energiewende

Veröffentlicht am 07 Dezember 2022 von Lucie Maluck

Erneuerbare Energien sind die Basis für eine erfolgreiche Energiewende. Trotzdem bleiben mtu-Stromaggregate unverzichtbar, wie dieses Projekt in Chile zeigt.
Pajonales, Chile
Chile will im Jahr 2050 klimaneutral sein, und hat noch mehr Ziele: Das Land will sich komplett selber mit emissionsfreier Energie versorgen und zudem der weltweit größte Exporteur von Wasserstoff werden. Das klingt ambitioniert, ist aber realistisch. 265 mtu-Stromaggregate mit insgesamt 475 Megawatt Leistung unterstützen diese Energiewende.

Sucht man auf der Welt das Land, das die besten Voraussetzungen für die Energiewende besitzt, dann ist Chile ganz vorne dabei: Die Atacama-Wüste im Norden des Landes gilt als einer der Orte mit der intensivsten Sonnenstrahlung der Welt und bietet beste Bedingungen, um Sonnenenergie zu gewinnen. Ein 4.000 Kilometer langer Küstenstreifen bringt reichlich frische Luft – ideal für Windparks. Außerdem schlummert Erdwärme unter hunderten von Vulkanen. Laut einer Studie, die das chilenische Energieministerium in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH erstellt hat, kann Chile jährlich mehr als 5.000 Terawattstunden erneuerbaren Strom produzieren. Deutlich mehr als der nationale jährliche Strombedarf, der aktuell bei rund 75 Terawattstunden liegt.

In den vergangenen Jahren ist die Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen in Chile massiv gestiegen. Machten 2014 Sonne, Kleinwasserkraft, Biomasse und Wind nur sechs Prozent am Energiemix aus, sind es sieben Jahre später schon rund 25 Prozent. Bis 2035 soll mehr als die Hälfte des chilenischen Stroms aus erneuerbaren Quellen produziert werden.

265 mtu-Stromaggregate stabilisieren die Stromversorgung in Chile

Das Problem: Aus regenerativen Quellen kann man zwar klimaneutral Energie gewinnen, doch die Menge ist nicht gleichbleibend. Wenn die Sonne weniger scheint oder kein Wind weht, sinkt der Energieertrag. Doch auch dann wird Strom benötigt. Nicht nur das Wetter, auch die Stromverbraucher verursachen mit unregelmäßigen Lastprofilen Schwankungen zwischen Angebot und Nachfrage. Die Lösung sind Kraftwerke, die aus fossilen Quellen absolut zuverlässig immer dann Strom erzeugen, wenn er benötigt wird – so wie die 5 mtu-Dieselkraftwerke in Chile. Rolls-Royce hat diese in einem Konsortium mit dem Generalunternehmen TSK in den vergangenen Jahren für das chilenische Energieunternehmen Prime Energia Quickstart Spa errichtet. Die 5 Kraftwerke bestehen insgesamt aus 265 Aggregaten des Typs 16V 4000 DS 2500 und haben insgesamt eine Leistung von 475 Megawatt.  

Immer mehr Strom – nicht nur in Chile – wird mit erneuerbaren Quellen erzeugt. Stehen diese nicht zur Verfügung, springen mtu-Stromaggregate ein und halten die Stromversorgung stabil.

mtu-Aggregate müssen da sein, wenn es drauf ankommt

Die Aggregate könnten innerhalb von zwei Minuten ihre volle Leistung erreichen, doch diese Fähigkeit brauchen sie in Chile nicht. Sie haben 15 bis 30 Minuten Zeit, bis sie auf Volllast laufen müssen – und zwar immer dann, wenn das CEN (Choordinator Electrico Nacional) sie anfordert. Doch dann müssen sie zu 100 Prozent funktionieren, sonst drohen Prima Energia hohe Strafen.

„Energieexport in Form von Wasserstoff

Doch nicht nur die chilenischen Verbraucher profitieren von dem grünen Strom, der in Chile entsteht. Zunehmend möchte das Land seine grüne Energie auch exportieren – als Strom, und als Wasserstoff. In einer nationalen Strategie für grünen Wasserstoff hat die chilenische Regierung festgelegt, die großen Solar- und Windressourcen des Landes zur Produktion dieses für die Energiewende so wichtigen Gases zu nutzen. Das Ziel: Bereits im Jahr 2025 sollen fünf Gigawatt an Elektrolyseur-Kapazitäten aufgebaut werden, die mindestens 200 Tonnen grünen Wasserstoff im Jahr produzieren. Bis zum Jahr 2030 will das Land zum größten Exporteur von Wasserstoff werden und insgesamt 25 Gigawatt Elektrolysekapazität aufbauen. Dieser Wasserstoff soll dann auf der ganzen Welt helfen, klimaneutral zu werden. Er kann beispielsweise in Brennstoffzellen CO2-neutral Strom erzeugen, Schiffe oder Fahrzeuge klimaneutral antreiben oder in der Industrie den sogenannten „grauen Wasserstoff“ – also Wasserstoff aus Erdgas – ersetzen.   Die Basis dafür ist erneuerbarer Strom, den es in Chile immer mehr gibt.  

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