STORY Power Generation

mtu-Aggregate sichern Stromversorgung in Nigeria

Veröffentlicht am 25 Oktober 2021 von Claire Volkwyn

mtu-Stromaggregate sorgen für eine zuverlässige Stromversorgung in Nigeria – einem Land, in dem die unzuverlässige Energieversorgung das Wirtschaftswachstum gefährdet.
Auf einer Atlantik-Halbinsel im Herzen der nigerianischen Hauptstadt Lagos entsteht eines der größten und spektakulärsten Wohnbauprojekte Afrikas, das Azuri Peninsula. Herzstück der Halbinsel sind die drei 140 Meter hohen Azuri-Towers, die Luxus-Apartments beherbergen sollen. Zwei Stromaggregate mit mtu-Motoren von Rolls-Royce garantieren, dass der Strom dort nie ausfällt. Doch die Stromaggregate sind nicht nur für die Türme bedeutsam und wichtig, sie markieren auch einen Meilenstein für Rolls-Royce: Das erste der beiden Aggregate, das im April 2021 installiert worden ist, ist der 100. Generator, den Rolls-Royce seit dem Jahr 2015 in Nigeria installiert hat.  

Stromausfälle gehören in Nigeria zum Alltag – und das gefährdet das Wirtschaftswachstum. Obwohl das Land jetzt über 12.000 Megawatt installierter Netzkapazität verfügt, ist die Übertragungs- und Verteilungskapazität so gering, dass nicht mehr als 4.000 Megawatt Strom zeitgleich übertragen werden können.

Laut einem Bericht der Weltbank aus dem Jahr 2014 ist für die Hälfte der Unternehmen, die in Nigeria tätig sind, die zuverlässige Energieversorgung ein großes Problem. Nigerianische Unternehmen verlieren im Schnitt 16 Prozent ihres Jahresumsatzes aufgrund von Stromausfällen. Die unzuverlässige Energieversorgung ist daher eine der größten Herausforderungen für das Wirtschaftswachstum in Nigeria.

Doch selbst wenn der Strom problemlos übertragen werden könnte: Er würde nicht ausreichen, um die 195 Millionen Einwohnern Nigerias mit Strom zu versorgen Die Lösung für viele Privatwohnungen und die meisten Unternehmen sind Generatoren vor Ort. Nach Angaben der Afrikanischen Entwicklungsbank geben die Nigerianer jährlich mehr als 14 Milliarden Dollar für Generatoren und deren Treibstoff aus.

100 Generatoren kommen dabei von Rolls-Royce. Diese haben zusammen 150 Megawatt Leistung und kommen in Wohn-, Gewerbe- und Industrieanlagen zum Einsatz. 

Kooperationspartner garantieren Service vor Ort

Um den Kunden in Nigeria bestmöglichen Service zu bieten, hat Rolls-Royce in den vergangenen sechs Jahren unter anderem eng mit Jubaili Bros. und Mikano International Limited in Nigeria zusammengearbeitet. Die internationale Beratungs- und Ingenieurbüros haben eine Reihe von Installationen von Stromgeneratoren im ganzen Land durchgeführt. Die Zusammenarbeit mit lokalen Vertretern hat sowohl für Rolls-Royce, als auch für die Kunden Vorteile: Sie bekommen ein einzigartiges Produkt „made in Germany“ sowie die Gewissheit, vor Ort Unterstützung und Service der von Rolls-Royce ausgebildeten Mitarbeiter zu bekommen.

Nabil Soleiman, General Manager, Ikeja Branch von Jubaili Bros, erklärt, dass die Unterstützung durch Rolls-Royce umfassend ist und über die bloße Schulung der Techniker hinausgeht: „Die Zusammenarbeit mit Rolls-Royce ermöglicht uns, in verschiedenen Sektoren zu arbeiten. Das Produkt steht für eine gute Qualität, Langlebigkeit und hat eine umfangreichen Garantie.“ Und er ergänzt: „Durch die Zusammenarbeit mit dem Rolls-Royce-Team konnten wir zum Beispiel ein maßgeschneidertes schalldichtes Gehäuse für einen der Generatoren entwerfen, den wir in den Azuri Towers installiert haben. Dies ist nur eine der Möglichkeiten, die sich aus dieser Beziehung ergeben."

„Die mtu-Aggregate sind sehr zuverlässig und funktionieren gut auf dem nigerianischen Markt“, ergänzt Lokam Jouni, stellvertretender Geschäftsführer von Mikano International Limited. 

Die Azuri Tower, die bisher gebaut worden sind, sind mit 1.000 kVA starken mtu-Dieselaggregaten ausgestattet.aten

Niedrige Betriebskosten ein großer Vorteil

Insgesamt hat Rolls-Royce zusammen mit seinem Partner in Nigeria mehr als 150 MWe Leistung geliefert. Die Aggregate laufen meist im Dauer- oder Langzeit-Backup-Betrieb. 33 MWe wurden in Telekom-Rechenzentren in ganz Nigeria installiert, 40 MWe Gasaggregate werden zur kontinuierlichen Stromerzeugung in so unterschiedlichen Branchen wie Stahl, Glas und Lebensmittel sowie in einer Reihe von Hotels eingesetzt.

Im Durchschnitt verbrauchen die mtu-Motoren bis zu zehn Prozent weniger Kraftstoff als ein vergleichbarer Motor der gleichen Größe. Das senkt langfristige die Betriebskosten entscheidend. Diese sind auch niedrig, weil die mtu-Aggregate von Rolls-Royce 84.000 Stunden laufen können, bis eine Motorüberholung notwendig ist. 

Motoren robust und höhentauglich

Die Motoren arbeiten mit einem Lastfaktor von 85 Prozent für Dauerstromanwendungen und bieten eine hohe Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit der Leistung. Sie sind extrem robust, können in Umgebungen mit hoher Luftfeuchtigkeit und einer maximalen Temperatur von 55 Grad Celsius genauso wie in der Höhe betrieben werden, wo sie ihren hohen Wirkungsgrad beibehalten.

Microgrids gewinnen an Bedeutung

Aber es geht nicht nur um den Betrieb und die Wartung der Generatoren. Da die globale Energiewende an Fahrt gewinnt, arbeitet Rolls-Royce daran, dass eine Vielzahl von Kraftstoffoptionen zur Verfügung stehen – von den traditionellen Dieselmotoren über Gas bis hin zu Microgrids: In diesen werden die zuverlässigen mtu-Stromaggregate mit kostengünstigen und regenerativen Energien wie Sonnen- und Windenergie kombiniert. So entstehen kleine Stromnetze, die dezentral Energie liefern können. Die Zukunft sieht Rolls-Royce auch in Brennstoffzellen. Diese werden ab dem Jahr 2025 in der Energieversorgung zum Einsatz kommen – von der Regelenergie zum Ausgleich von Schwankungen im Netz über die Dauerstrom- bis hin zur Notstromversorgung in beispielsweise Krankenhäusern und Rechenzentren. Die Rolls-Royce Entwicklungsingenieure arbeiten außerdem bereits an Wasserstoffmotoren sowie an Konzepten für dezentrale Power-to-X-Anlagen.

„Wir wollen in diesem Jahr unsere ersten Gasgeneratoren installieren", sagt Soleiman. „Die Kunden werden sich der Kosten für Diesel und der Notwendigkeit, die Kohlenstoffemissionen zu reduzieren, immer mehr bewusst. Viele der Berater, mit denen wir zusammenarbeiten, beginnen ebenfalls, alternative Brennstoffe für Installationen in Betracht zu ziehen“, so der General Manager von Jubaili Bros.

Azuri Towers mit besonderen Anforderungen

In den gerade gebauten Azuri-Towers kommen 1.000 kVA starke Dieselaggregate zum Einsatz. Diese müssen höchsten Anforderungen standhalten, denn das Projekt hat höchste Ansprüche. So war eine spezielle Dimensionierung des Generators sowie die Installation zusätzlicher Schalldämpfungselemente notwendig. 

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