Kommerzielle Schiffe

Ausgefeilte Technik für außergewöhnliche Retter

Veröffentlicht am 21 Oktober 2019 von Julia Rieß, Bilder von Die Seenotretter - DGzRS/Steven Keller

Zwei neue Seenotrettungskreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) werden, angetrieben von MTU-Motoren, ab 2020 ihren Dienst antreten. Ausgestattet werden die modernen Spezialschiffe „Hamburg“, interne Bezeichnung SK 40, und ihr Schwesterschiff SK 41 mit jeweils zwei 16-Zylinder-Motoren der Baureihe 2000 vom Typ M72. Diese wurden von MTU für den Einsatz unter Extrembedingungen entwickelt, mit denen die Seenotretter bei ihren mehr als 2000 Einsätzen pro Jahr immer wieder konfrontiert sind. Bei jedem Wetter und rund um die Uhr sind die 180 fest angestellten und 800 freiwilligen Retter der DGzRS im Einsatz, gemäß ihrem Leitspruch „Rausfahren, wenn andere reinkommen“.

Die „Hamburg“ wird nach ihrer für April 2020 vorgesehenen Schiffstaufe auf Borkum stationiert. Ihre Vorgängerin, die „Alfried Krupp“, wird nach 32 Einsatzjahren außer Dienst gestellt. Das zweite im Bau befindliche Schiff SK 41 wird zum Jahreswechsel 2020/2021 getauft und in Grömitz stationiert. Sein Name wird erst im Moment der Taufe bekanntgegeben. Es löst die „Hans Hackmack“ ab, die ab dann immer dort zum Einsatz kommt, wo andere Seenotrettungskreuzer vertreten werden müssen, zum Beispiel wegen turnusgemäßer Generalüberholungen. 

SK 40 und SK 41 sind das vierte und fünfte Spezialschiff der neu konstruierten 28-Meter-Klasse der DGzRS. Sie sollen mit 4.000 PS bis zu 24 Knoten Geschwindigkeit erreichen. Auch in anderen Bereichen müssen die Rettungseinheiten der Seenotretter, wie die Besatzung selbst auch, Außergewöhnliches leisten. Es ist wichtig, dass die Spezialschiffe der DGzRS unter schwierigsten Bedingungen manövrierfähig bleiben. Darum kommen MTU-Marinemotoren zum Einsatz, die auch bei starker Krängung (seitlicher Neigung) oder gar einem Durchkentern – also einer 360-Grad-Drehung um die eigene Längsachse – problemlos weiterlaufen. Die spezielle Ausrüstung der Maschinen umfasst eine vertiefte Ölwanne mit Dämpfungsschotten, eine geänderte Kurbelraumentlüftung sowie eine angepasste Motorsteuerung und -überwachung. 

Über die Seenotretter

Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) ist zuständig für den maritimen Such- und Rettungsdienst in den deutschen Gebieten von Nord- und Ostsee. Die Flotte der Seenotretter umfasst rund 60 Seenotrettungskreuzer und -boote auf 55 Stationen zwischen Borkum im Westen und Usedom im Osten. Im Jahr 2018 hat die DGzRS bei 2156 Einsätzen allein 356 Menschen aus Seenot retten oder Gefahr befreiet. Viele hundert weitere Menschen waren auf Hilfeleistungen der Seenotretter angewiesen – bei jedem Wetter, rund um die Uhr. Heute wie bereits zur Zeit der Gründung der DGzRS 1865 wird die Gesellschaft ausschließlich durch Spenden und freiwillige Beiträge finanziert. Schirmherr der Seenotretter ist der Bundespräsident.

Kontakt

Christian Eggert
Tel.:
+48 7541 90 5141
+49 7541 90 5141
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