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„Wir sind der führende Antriebszulieferer für die maritime Industrie in Deutschland“

Veröffentlicht am 15 Mai 2019 von Rolf Behrens, Bilder von Robert Hack, mtu

Knut Müller erklärt, welchen Beitrag mtu zur maritimen Wirtschaft leistet, wie es sich auf die zukünftigen Anforderungen der Branche vorbereitet
Friedrichshafen, Deutschland

Die Nationale Maritime Konferenz (NMK) ist das wichtigste Gipfeltreffen von Politik, Wirtschaft, Forschung und Verwaltung zu maritimen Fragen und Interessen in Deutschland. In diesem Jahr findet die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Industrie alle zwei Jahre organisierte Veranstaltung in Friedrichshafen am Bodensee statt – und damit zum ersten Mal im Binnenland. Knut Müller, Leiter des Marine- und Behördengeschäfts beim Rolls-Royce-Geschäftsbereich Power Systems, erklärt, welchen Beitrag sein Unternehmen zur maritimen Wirtschaft leistet, wie es sich auf die zukünftigen Anforderungen der Branche vorbereitet und wieso Friedrichshafen doch gar nicht so weit vom Meer entfernt ist. 

Das Motto der Nationalen Maritimen Konferenz lautet global, smart, green – inwiefern passt das zu ihrem Unternehmen, Herr Müller? 
Das Motto passt exzellent zu Rolls-Royce Power Systems und unserer Marke mtu: Wir sind ganz klar einer der führenden globalen Player bei High-Performance-Antrieben für die Schifffahrt. mtu-Motoren sind weltweit in nahezu allen Ländern und in einer Vielzahl von maritimen Anwendungen vertreten – von der Schnellfähre über das Windfarmversorgungsschiff bis hin zu Megayacht. Smart sind unsere Antriebslösungen, weil wir als Vorreiter bei der Digitalisierung vorangehen. Die Kunden erwarten von uns einen störungsfreien Betrieb, Verfügbarkeit der Antriebsanlagen und eine schnelle Reaktion, falls es doch einmal Probleme geben sollte. Unsere Servicelösungen mit digitaler Echtzeit-Überwachung der Motoren ermöglichen genau das. Gleichzeitig werden unsere Antriebe immer grüner, also umweltfreundlicher. Mit unserem Green- und High-Tech-Programm sind wir ein Treiber der maritimen Energiewende. Mit immer saubereren Motoren mit Abgasnachbehandlung, Hybrid-Antrieben und einem effizienteren Einsatz der Systeme dank Digitalisierung leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung der Schifffahrt. 

Warum findet die NMK in diesem Jahr in Friedrichshafen statt – fernab vom Meer?
Na, wir haben doch ein Meer direkt vor der Tür – das Schwäbische Meer, unseren Bodensee. Und auf dem fahren sogar Schiffe mit mtu-Motoren. Aber Scherz beiseite: Es hat sich einfach historisch so entwickelt, dass es eine wichtige Zuliefererindustrie gibt, die nicht unbedingt an der Küste sitzt, sondern auch im Süden von Deutschland. Mehr als 40 Prozent des Umsatzes der deutschen Offshore- und Schiffsbauzulieferindustrie wird in Baden-Württemberg und Bayern generiert. Rolls-Royce Power Systems macht im Bereich Schiffsantriebe und Services einen Umsatz von rund einer Milliarde Euro. Wir sind damit der führende Antriebszulieferer für die maritime Industrie in Deutschland. Ich sehe es als wichtiges Zeichen der Wertschätzung gegenüber dieser Zuliefererindustrie, die NMK dieses Mal nach Friedrichshafen zu bringen und Aufmerksamkeit auf diese Industrie zu lenken. Das wird auch dazu beitragen, das Bewusstsein für die Bedeutung der Zuliefererindustrie zu stärken. 

Was erwarten Sie persönlich von der NMK?
Ich freue mich sehr auf die NMK. Sie bietet eine wichtige Plattform für die maritime Wirtschaft, die sich derzeit radikal wandelt: Die Schifffahrt-Industrie wird immer offener für neue Ideen, Geschäftsmodelle und Antriebe. Das hat mit Globalisierung zu tun, mit Digitalisierung und mit einem anderen Kosten- und Umweltbewusstsein der Endkunden. Meine Erwartungshaltung ist, dass diese Entwicklungen diskutiert werden und dass wir Konsens darüber erzielen, was Schwerpunkte sind, die die deutsche maritime Industrie dabei setzen und mit denen sie sich auf dem Weltmarkt behaupten kann. Wichtig ist auch, ein gemeinsames Verständnis zu erreichen, welche politischen Rahmenbedingungen wir brauchen, um diese wichtigen Kompetenzen zu erhalten und weiter auszubauen, so dass die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen maritimen Industrie erhalten bleibt. Mit den Experten und Entscheidern aus Politik, Wirtschaft und Behörden ist dafür genau der richtige Personenkreis auf der Konferenz in Friedrichshafen vertreten. Für uns als Unternehmen bietet die Konferenz darüber hinaus die Chance, mit Betreibern darüber zu sprechen, was deren Schwerpunkte für die Zukunft sind und wie wir diese Bedürfnisse mit unseren Produkten erfüllen können. 

Wie sieht denn die Zukunft von Rolls-Royce als Partner der maritimen Industrie aus?  
Wir entwickeln uns schon jetzt zu einem Anbieter von integrierten und umweltfreundlichen Antriebslösungen für die Schifffahrt. In Zukunft werden Kunden mit ihren Einsatzprofilen zu uns kommen und von uns eine ganzheitliche Lösung erwarten: eine optimal auf ihre Anforderungen angepasste Antriebslösung inklusive Bordstrom, Automationssystem und garantierter Verfügbarkeit. Im Ansatz sehen wir das heute schon. Bei unseren Lösungsangeboten sind wir generell technologieoffen – ein solches Antriebssystem kann Diesel- und Gasmotoren, aber auch Batterien enthalten und somit sogar rein elektrische Fahrt ermöglichen. Unser Fokus wird in Zukunft auf der Lösung liegen und nicht mehr auf dem Geschäft mit Motoren. 


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