„Herkömmliche Kohlekraftwerke werden stillgelegt, während die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien nach wie vor schwankend ist“, so Vittorio Pierangeli. „Zudem erhöht die geopolitische Instabilität den Druck auf die Energiesicherheit, und die Lastprofile von KI-Rechenzentren werden dramatisch unbeständiger.
"Prognosen zufolge wird sich der gesamte Stromerzeugungsmarkt zwischen 2025 und 2030 fast verdreifachen, was in erster Linie auf die Nachfrage von Rechenzentren zurückzuführen ist. Etwa 22 Prozent entfallen dabei auf die Notstrom- und 24 Prozent auf die Dauerstromversorgung.
„Die kumulierte Stromversorgung aus dem US-Netz für Rechenzentren wird bis zum Jahr 2030 voraussichtlich um mehr als 50 Gigawatt hinter dem Bedarf zurückbleiben“, sagt Pierangeli. „Und während ein Rechenzentrum selbst in 18 bis 24 Monaten gebaut werden kann, dauert die Sicherung eines Netzanschlusses drei bis sieben Jahre.
“Schnelle Markteinführung ist das A und O, wenn es um den KI-Wettlauf und das Mithalten mit der Nachfrage geht. Große Hyperscaler können nicht mehrere Jahre auf einen Netzanschluss warten – und genau hier kommen kurzfristig mtu-Gasaggregate und langfristig kleine modulare Reaktoren (SMRs) ins Spiel. Während die Hyperscaler allein Anfang des Jahres 2026 ihre angekündigten Investitionsausgaben für Rechenzentren um mehr als 50 Prozent erhöht haben, hinkt der Versorgungssektor Jahre hinterher.
Primärstrom: Bring your own
Da die Netzengpässe zunehmen und der Widerstand der Öffentlichkeit gegen den Stromverbrauch von Rechenzentren die Genehmigung neuer Projekte verlangsamt, wird die Stromerzeugung vor Ort zu einem entscheidenden Faktor. Im Rahmen von Initiativen, die oft als „Bring Your Own Power“ bezeichnet werden, integrieren Entwickler zunehmend eigenständige Kraftwerke in neue Rechenzentrumskonzepte. Diese ermöglichen es ihnen, die für den Betrieb der Anlage benötigte Energie zu erzeugen, bis die Netzversorgung oder neue Energiequellen wie beispielsweise Kernkraft zur Verfügung stehen.
mtu-Gasgeneratorsysteme eignen sich hervorragend für diese kontinuierliche Stromversorgung – entweder direkt im Rechenzentrum („hinter dem Zähler“) oder als Teil dedizierter Kraftwerke.
Mit kurzen Inbetriebnahmezeiten, hoher betrieblicher Flexibilität und einem modularen Aufbau bieten diese Systeme einen hohen Wirkungsgrad und eine schnelle Markteinführung, was sie für neue Rechenzentrumsprojekte äußerst attraktiv macht. In Ländern wie den USA, wo Erdgas reichlich vorhanden ist und das Pipelinenetz gut ausgebaut ist, sind auch die betrieblichen und finanziellen Vorteile sehr attraktiv.