Die Grundlage für das neue Konzept ist das Zusammenspiel von Antrieb und Energiesystem. Die drei 1.300-ekW-12-Zylinder-Aggregate der mtu-Baureihe 4000 M64 laufen nicht konstant mit gleicher Drehzahl. Stattdessen passen sie sich kontinuierlich an den tatsächlichen Leistungsbedarf an. Gerade im Hafenbetrieb ist das wichtig: Schlepper arbeiten unter komplexen und vielfältigen Bedingungen, zwischen hoher Leistung und fein abgestimmten Manövern. Die variable Drehzahl sorgt dafür, dass die Motoren in jedem Zustand im optimalen Bereich arbeiten.
Das Ergebnis: Im Vergleich zu herkömmlichen Einheiten mit konstanter Drehzahl reduziert sich bei variablen Einheiten der Kraftstoffverbrauch um bis zu 20 Prozent, die Zeit zwischen Überholungen wird um bis zu 20 Prozent verlängert und die Geräusch-Emissionen verringert.
Ergänzt wird das System durch ein 2.000-kWh-Batteriepaket und ein Gleichstrom-Bus-Stromverteilungssystem. Die Batterie gleicht Lastspitzen aus und speichert Energie, wenn sie gerade nicht benötigt wird. So entsteht ein System, das Energie gezielt einsetzt, anstatt sie ständig vorzuhalten.
Gerade in solchen hybriden Systemen kommt es darauf an, dass Motor und Energiemanagement perfekt zusammenspielen. „Wir haben uns für mtu-Motoren nicht nur wegen ihrer beständig hohen Leistung und Zuverlässigkeit entschieden, sondern vor allem wegen ihrer umfangreichen Anwendungserfahrung in der Bordstromerzeugung mit variabler Drehzahl“, sagt der Betreiber des Schleppers bei Shanghai International Port. „
Auch für zukünftige Projekte mit drehzahlvariablen Hybridlösungen will der Betreiber auf mtu-Technologie setzen. Denn angesichts steigender Umweltanforderungen eröffnen Hybridantriebssysteme neue Möglichkeiten für den Hafenbetrieb. Rolls-Royce Power Systems arbeitet gemeinsam mit Partnern daran, diese Technologien weiterzuentwickeln und für den Einsatz unter realen Bedingungen nutzbar zu machen. Dass dieser Ansatz bereits heute schon funktioniert, zeigt „Harbor 712“.