Kommerzielle Schifffahrt

Schnellschiff als Alternative zum Helikopter.

Veröffentlicht am 13 April 2021 von Lucie Maluck

Hochgeschwindigkeits-Mannschaftstransportschiff von Damen revolutioniert Geschäftsmodell für Crewwechsel im Offshore-Bereich.
Wohl jeder hat es im vergangenen Corona-Jahr einmal erlebt: Da gibt es richtig was zu feiern – doch die Corona-Schutzmaßnahmen verhindern das. So ging es auch den Mitarbeitern der Damen-Werft in der Türkei. Sie präsentierten ein revolutionäres Crewwechsel Schiff mit mtu-Motoren der Baureihe 4000, das eigentlich eine große Feier verdient hätte. Doch die Party blieb aus. Der Stolz sicherlich nicht. 

Der Fast-Crew-Supplier (FCS) 7011 soll Crews zu Offshore-Plattformen auf hoher See und wieder zurück zu bringen. Damen verspricht, damit das Crew-Geschäftsmodell zu revolutionieren: Für Plattformen, die sich weiter von der Küste entfernt liegen, wird dieser Markt derzeit von Hubschraubern dominiert. Das neue Schiff von Damen bietet eine Alternative, die kostengünstiger, effizienter und mit den höchsten Sicherheitsstandards ausgestattet ist.

Komfort steht an erster Stelle

Vier 20-Zylinder mtu-Motoren des Typs 4000 M73L treiben die 70 Meter langen Einrümpfer zu einer Maximalgeschwindigkeit von 40 Knoten (74 Stundenkilometern). Die Motoren haben je 3.600 Kilowatt Leistung und zeichnen sich besonders durch ihre Zuverlässigkeit und Leistungsempfaltung aus.

Um den Komfort der Passagiere auch bei hohen Geschwindigkeiten zu erhöhen, hat Damen zahlreiche Technologien in das Schiff integriert, die dessen Bewegungen kompensieren. So wurde unter anderem der Bug des Schiffes so konstruiert, dass das Schlagen der Wellen erheblich reduziert wird. Im Heck hat Damen zudem Abfangvorrichtungen eingebaut, die sowohl Stampf- als auch Rollbewegungen während der Fahrt reduzieren. Ein dynamisches Positionierungssystem und eine maßgeschneiderte Gangway von Ampelmann, die die Schiffsbewegungen ausgleicht, ermöglichen darüber hinaus den Schiffsbetrieb bei fast jedem Wetter.  

Sensoren rund um das Schiff ermöglichen den Betreibern zudem, das Schiff aus der Ferne zu überwachen. Somit können Wartungen besser geplant und das Schiff effizienter betrieben werden, was zu geringerem Kraftstoffverbrauch und damit auch einem geringen Ausstoß von Schadstoffemissionen führt. 

Der Fast-Crew-Supplier (FCS) 7011 soll Crews zu Offshore-Plattformen auf hoher See und wieder zurück zu bringen.

„Bahnbrechende Lösung“ wird in der Türkei getestet

Die Werft selbst spricht von einer bahnbrechenden Lösung für den Offshore-Markt. Das Schiff wird derzeit in der Türkei getestet und soll dann in die Niederlande fahren, wo die Gangway installiert. Danach geht die Erprobung im niederländischen Den Helder weiter.  

 

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