Militärische- Behördenschiffe

Der deutsche Zoll fährt mit MTU

Veröffentlicht am 06 Juli 2020 von Julia Rieß

Drei neue Zollboote unterstützen seit dem Jahr 2019 die Küstenwache. Alle drei Boote wurden von Rolls-Royce mit jeweils zwei MTU-Motoren des Typs 8V 2000 M72 ausgestattet. Eine hohe Leistungsdichte, geringes Leistungsgewicht, einfache Bedienung und Wartung, Kompaktheit sowie lange Wartungsintervalle zeichnen die Dieselmotoren aus. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 22 Knoten – das entspricht etwa 41 Kilometern pro Stunde – sind die Zollboote für die Jagd nach Schmugglern und Kriminellen bestens gerüstet. Die Generalzolldirektion hatte die Dreierserie EU-weit ausgeschrieben und die Werft Baltic Workboats mit dem Bau beauftragt.

Mit der Wahl der MTU-Motoren setze die Behörde auf Bewährtes, erklärt Luise Hoppe vom Leitungsstab Kommunikation der Generalzolldirektion. Gerade das optimale Leistungsgewicht wirke sich positiv auf Konstruktionskriterien wie Geschwindigkeit und Stabilität aus. Darum seien bereits zahlreiche Zollboote mit entsprechenden Motoren ausgerüstet: „Mit der MTU-Baureihe 2000 M72 sind Motoren eingebaut worden, mit denen bereits umfangreiche Erfahrungen gesammelt werden konnten, sei es bei den Vorbauten ‚Usedom‘ und ‚Glückstadt‘ oder bei den refitteten 28m-Zollbooten ‚Priwall‘ und ‚Jade‘“.

Insgesamt hat der Zoll 16 Motoren dieser Baureihe in Betrieb. Hoppe: „Aufgrund dieser hohen Anzahl ist eine günstigere Ersatzteilvorhaltung umsetzbar. Zudem ist besonders im technischen Bereich wegen der zielorientierten Standards ein Durchtausch von Personal relativ unproblematisch.“

Die drei neuen Patrouillenboote für die Küstenwache des Zolls – 24 Meter lang, 6,5 Meter breit, 57 Tonnen schwer – kosten jeweils rund vier Millionen Euro und benötigten eineinhalb Jahre Bauzeit. Sie werden auf See von sechsköpfigen Besatzungen bedient.

Das erste Boot “Bremen” nahm der Zoll im März 2019 in Betrieb. Es ist auf der Außenweser und in der Nordsee, zwischen Bremen und Wangerooge im Einsatz. Im April wurde in Flensburg das Schwesterboot „Gelting“ stationiert und in Dienst gestellt. Diese fährt Streife auf der Ostsee im Einsatz von der Flensburger Förde bis in das Seegebiet auf Höhe Kieler Förde inklusive der Geltinger Bucht, nach der das Boot benannt ist. Schließlich machte im August 2019 die “Darss” das neue Dreierteam komplett. Sie ersetzt die in Rostock stationierte „Usedom“ und wird von dort aus in der küstennahen Bestreifung auf der Ostsee eingesetzt, auf dem Seegebiet von der Bukspitze bis zum Darsser Ort.

Aufgaben des Zolls auf See

Der Zoll ist eine von mehreren Bundesbehörden und -anstalten, die gemeinsam den Koordinierungsverbund Küstenwache bilden. Bundespolizei, Bundeszollverwaltung, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung sowie die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung nehmen in diesem Verbund gemeinsam die Grenzaufsicht an den Wassergrenzen in Ost- und Nordsee sowie auf dem Bodensee wahr. Dabei stehen die Verhinderung von Schmuggel, die Bekämpfung von grenzüberschreitender Kriminalität und die Erhebung von Zöllen und Steuern im Vordergrund. Aber auch Umweltschutz auf See und die Rettung Schiffbrüchiger gehören zu den Aufgaben des Zolls als Teil der Küstenwache. Mit 32 Booten patrouillieren die Zöllnerinnen und Zöllner nicht nur an der 3660 Kilometer langen Küstenlinie und auf 15.055 Quadratkilometern Küstenmeer, sondern auch in der weit in die Nordsee bzw. Ostsee hineinreichenden Ausschließlichen Wirtschaftszone Deutschlands mit 48.050 Quadratkilometern. Der Bodensee gehört ebenfalls zum Einsatzgebiet der maritimen Kontrolleinheiten.

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