STORY Kommerzielle Schifffahrt

ECHO sticht in See

Veröffentlicht am 20 Mai 2021 von Rolf Behrens, Bilder von FRS

Ein mtu-EHM-System überwacht die gesamte Antriebsanlage des „Halunder Jet“ – und hilft so, Ausfallzeiten zu verringern und das Klima zu schonen.
Das Jahr 2021 ist für die Reederei FRS Helgoline und ihren „Halunder Jet“ in mehrfacher Hinsicht besonders: Der Hochgeschwindigkeits-Katamaran hat am 20. Mai nach Corona-bedingt verlängerter Winterpause endlich wieder seinen Passagierdienst zwischen Hamburg und der Insel Helgoland aufgenommen. Erstmals ist ein neues System an Bord, das dem Schiffsbetreiber in Echtzeit alle wichtigen Daten über den Zustand des kompletten Antriebssystems liefert: ECHO heißt das neuartige Equipment Health Management System (EHMS), das die Partner FRS, Rolls-Royce Power Systems und MAC System Solutions gemeinsam entwickelt haben.

Der „Halunder Jet“ ist der erste Erprobungsträger für dieses innovative System, das maximale Verfügbarkeit des Schiffs gewährleisten und einen wichtigen Beitrag zur Verringerung von Kraftstoffverbrauch und damit CO2-Emissionen leisten soll.

Wichtigste Ziele: maximale Verfügbarkeit und Klimaschutz

„Die Zuverlässigkeit unserer Schiffe ist für uns von entscheidender Bedeutung“, erklärt Tim Kunstmann, Geschäftsführer von FRS Helgoline. „Unsere Kunden erwarten auch bei schwierigen Wetterbedingungen, dass wir sie zuverlässig und pünktlich nach Helgoland und wieder zurückbringen.“ Aber auch der Klimaschutz stehe im Mittelpunkt der Überlegungen des Unternehmens: „Wir wollen unsere Schiffe so ressourcenschonend wie möglich einsetzen und unsere Emissionen verringern“, sagt Kunstmann.

Dabei soll ECHO eine wichtige Rolle spielen, indem es zum einen Ausfallzeiten des „Halunder Jet“ verringern oder ganz vermeiden soll und zum anderen dazu beiträgt, dass der komplette Antrieb so effizient wie möglich genutzt wird. Grundlage ist die permanente Überwachung des kompletten Antriebs von den mtu-Motoren über die Getriebe bis zu den Waterjets – und vor allem die Auswertung dieser Daten und die Darstellung der relevanten Ergebnisse in Echtzeit.

Möglich macht dies die enge Kooperation mit den Datenanalyse-Spezialisten von MAC System Solutions. „Daten zu erheben und zu analysieren ist heutzutage im Grunde nichts Besonderes mehr“, erklärt Goran Berkes, Gründer und Leiter des Unternehmens, das seit Jahren auf mehreren Hundert Schiffen Daten erhebt und auswertet. „Wichtig ist, dass man die richtigen Daten erfasst und mit den richtigen Methoden analysiert – nur dann entsteht ein Mehrwert für den Kunden.“

Lösungen aus einer Hand von der Brücke bis zum Propeller

Für Rolls-Royce Power Systems ist das Projekt ein wichtiger Meilenstein der Strategie PS 2030, mit der sich das Unternehmen zum Anbieter integrierter nachhaltiger Antriebslösungen entwickelt: „Unser Ziel ist es, Marine-Kunden Lösungen aus einer Hand von der Brücke bis zum Propeller („bridge-to-propeller“) zu liefern,“ erklärt Bart Kowalinski, EHMS-Experte bei Rolls-Royce. „Mit ECHO liefern wir erstmals ein elektronisches Überwachungssystem, das den Zustand des gesamten Antriebs eines Schiffes – und potenziell einer gesamten Flotte – in Echtzeit analysiert. Dabei ist es unerheblich, von welchem Hersteller die Antriebskomponenten stammen.“

ECHO wird nun an Bord des „Halunder Jet“ getestet und in enger Abstimmung zwischen den Projektpartnern permanent angepasst, erweitert und verbessert. Ziel ist es, nach dem erfolgreichen Pilot in Echtzeit den „Gesundheitszustand“ ganzer Schiffsflotten live abbilden zu können – und so deren Einsatz noch zuverlässiger und klimaschonender zu machen.

 

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