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Die Yachtindustrie auf nachhaltigem Kurs

Veröffentlicht am 19 Oktober 2021 von Lucie Maluck

IMO-III-Motoren, Hybridsysteme oder Brennstoffzellen – die Yachtindustrie wird nachhaltiger.
Die italienischen Yachtwerften Sanlorenzo, Overmarine und Ferretti setzen auf Nachhaltigkeit. Sie wollen künftige Yachten mit mtu-Zukunftstechnologien wie IMO-III-Motoren, Hybridsystemen, dem neuen vollintegrierten Brückensystem mtu NautIQ Bridge und Brennstoffzellen ausstatten. 

Wer glaubt, dass es der Yachtindustrie nur darum geht, die schönsten, schnellsten und luxuriösesten Yachten zu bauen, der irrt. Nachhaltigkeit steht auch in der Yachtindustrie hoch im Kurs, das wurde auf den diesjährigen Yachtmessen am Mittelmeer deutlich. „Es hat mich unglaublich gefreut, dass wir mit unseren nachhaltigen Produkten so überzeugen konnten und Vereinbarungen mit großen Werften unterzeichnet haben“, sagt Denise Kurtulus, Vice President Global Marine bei Rolls-Royce Power Systems.

So setzt Rolls-Royce Power Systems bei seiner weiteren Zusammenarbeit mit den renommierten Yachtbauern Ferretti, Overmarine und Sanlorenzo auch auf Nachhaltigkeit. Alle werden weiterhin mtu-Motoren der Baureihen 2000 und 4000 in ihre Yachten einbauen. 

Ferretti baut Yacht mit mtu-Hybridsystem

Ferretti wird schon im nächsten Jahr als erster Hersteller eine neue Yacht mit einem mtu-Hybridsystem anbieten. Diese 1.432 Kilowatt starke, zukunftsträchtige Antriebslösung umfasst pro Antriebsstrang zwei 12-Zylinder-Dieselmotoren der mtu-Baureihe 2000, Elektro-Antriebsmodule, Getriebe, Batterien, Steuerungs- und Überwachungssysteme sowie weitere elektronische Komponenten. Das System ist dank SCR-System zur Abgasnachbehandlung IMO-III-konform „Wir freuen uns sehr, mit unserem langjährigen Partner Ferretti Group neue High-Tech-Lösungen auf den Markt zu bringen“, sagt Andreas Schell, CEO von Rolls-Royce Power Systems. Das System bietet nicht nur einen deutlichen Leistungs- und Komfortgewinn, sondern stößt im reinen Elektrobetrieb weder Schwefel noch Stickoxid oder Partikel aus.

Rolls-Royce und Ferretti Group vertiefen ihre Zusammenarbeit und entwickeln gemeinsam nachhaltige Lösungen für zukünftige Yachten. Ein erster großer Meilenstein ist eine Kooperation zur Installation eines mtu-Hybridantriebssystems in eine neue Ferretti-Yacht. Alberto Galassi, CEO der Ferretti Group (re.) und Andreas Schell, CEO vom Geschäftsbereich Power Systems des Rolls-Royce-Konzerns, unterzeichneten das Abkommen in Cannes anlässlich des Yachting Festivals.

Auch Overmarine setzt auf Nachhaltigkeit und möchte in Zukunft Yachten mit mtu-Hybridantrieben bauen. Die Überlegungen gehen aber noch einen Schritt weiter. Auch über Brennstoffzellensysteme wollen Rolls-Royce Power Systems und die italienische Yachtwerft reden. 

Rolls-Royce und Overmarine setzen Ihre erfolgreiche Zusammenarbeit fort und wollen in den kommenden Jahren mit neuen Technologien gemeinsam in die Zukunft gehen. Eine entsprechende Vereinbarung haben die beiden Unternehmen auf der Monaco Yacht Show unterzeichnet. Im Bild: Maurizio Balducci, CEO von Overmarine, und Denise Kurtulus, Vice President Global Marine bei Rolls-Royce Power Systems.

IMO-III-Yachtmotoren der Baureihe 2000 ab Frühjahr 2022

Auch Sanlorenzo setzt verstärkt auf die nachhaltigen mtu-Antriebslösungen und wird definierte SL-Yachten mit IMO-III-zertifizierten mtu-Yachtmotoren ausstatten. Diese neue Motorengeneration ist ab Frühjahr 2022 verfügbar und ermöglicht es, Yachten in besonders geschützten Gebieten zu fahren, zum Beispiel in ECA-Zonen wie den nordamerikanischen Küsten, der Karibik oder der Nord- und Ostsee. Die SCR-Systeme der Antriebe reduzieren die Partikel- und Stickoxid-Emissionen erheblich. Das IMO-III-Antriebssystem mit einem 16-Zylinder-Motor des Typs 2000 M97L wird erstmalig im Herbst 2021 ausgeliefert und ab Anfang 2022 in einer Serienyacht getestet. Weitere Motorvarianten der mtu-Baureihe 2000 werden nach und nach für den IMO-III-Betrieb verfügbar sein. 

Rolls-Royce und Sanlorenzo vertiefen ihre erfolgreiche Zusammenarbeit und verleihen ihr in den kommenden Jahren mit mtu-Zukunftstechnologien eine neue Dimension: Sanlorenzo wird mit dem Einsatz der voll integrierten, auf Touchscreens basierenden Brückenlösung mtu NautIQ Bridge als Pionier vorangehen. Im Bild: Massimo Perotti, CEO von Sanlorenzo, und Denise Kurtulus, Vice President Global Marine bei Rolls-Royce Power Systems.

NautIQ integriert Subsysteme zur Steuerung, Überwachung und Navigation

Sanlorenzo wird auch einer der ersten Hersteller sein, der eine Yacht mit der neuen voll integrierten Brückenlösung mtu NautIQ Bridge ausstattet. Diese ist Teil der kürzlich eingeführten neuen mtu-Schiffsautomationsfamilie NautIQ. mtu NautIQ Bridge wurde in Zusammenarbeit mit dem Yachtspezialisten Team Italia entwickelt und integriert alle wichtigen Subsysteme zur Steuerung, Überwachung und Navigation des Schiffes, unabhängig davon, wo sie sich an Bord befinden, in einer einzigen Plattform. 

Die neue NautIQ-Produktpalette besteht aus zuverlässigen, effizienten und zukunftssicheren Kontroll- und Steuerungslösungen von der Brücke bis zum Propeller.

Technologieoffene Yachtzukunft

„Es wird immer deutlicher, wie wichtig das Thema Nachhaltigkeit in der Yachtindustrie ist“, betont Denise Kurtulus. Allerdings gebe es nicht die eine, für alle passende Antriebslösung. Vielmehr entstehen derzeit unterschiedliche Konzepte – auf Basis von Hybridsystemen, Brennstoffzellen oder Verbrennungsmotoren, die mit nachhaltigen Kraftstoffen CO2-frei für Antrieb sorgen. Diese müssten abhängig von der jeweiligen Infrastruktur und den Bedürfnissen der Eigner und Werften eingesetzt werden. „Ich freue mich auf diese nachhaltige Ära im Yachtbau und bin stolz darauf, diese Zukunft in so einer spannenden Phase mitgestalten zu können“, so Kurtulus. 

 

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